M E H E D I N T I   I N F O

Home | Links | Search | Contact | T Network

DER HAUSBAU | DIE VOLKSTRACHT | HAUSWEBEREIEN | DIE KERAMIK

EN|||DE|||FR|||RO

DIE VOLKSTRACHT


Home
 

Special


Comunitatea MH
Bloguri gratuite
Blog Mehedinti
ROstiri
MultiMedia News
Linkuri

Utilizarea calculatorului
 

 Sedo - Buy and Sell Domain Names and Websitesproject info: mehedinti.infoStatistics for project mehedinti.infoetracker® web controlling instead of log file analysis

Home

DIE VOLKSTRACHT   

DIE VOLKSTRACHT DES MEHEDINTIGEBIETS

Die Volkstracht bildet eines der komplexesten Sachgebiete der rumänischen Volkskunst. Durch ihre Rollo als Kleidung stellt sie ein Lebensdokument dar und durch Entziffern und Untersuchen ihrer Bestandteile lassen sich wichtige Fragen der Ethnogenese klären.

Über die rumänische Volkstracht besitzen wir bloß wenige Geschichtsdokumente, Sachmaterial erhielt sich verhältnismäßig wenig aus dem XVIII.Jh. und etwas mehr aus dem XIX. Trotzdem sind gewisse archäo¬logische Zeugnisse (Fio-irinen aus der Bronzezeit etwa), Grabmäler usw. überaus nützlich. Zu den wertvollsten derartigen Urkunden gehören die römischen Denkmäler : ,,Trophaeum Traiani" von Adamclisi (Rumänien-Dobroudscha) und die ,,Trajanssäule" aus Rom. Die Reliefdarstellungen dieser Denkmäler, die das Dakervolk ver¬gegenwärtigen, die Bewohner des alten Dazien und Vorfahren des rumärischen Volkes, belegen Trachten¬stücke, die sich bis heute in der rumänischen Volkstracht erhalten haben.

Archäologische Ausgrabungen förderten auch eine Reihe von Gewebebruchstücken zutage — die der Feudalepoche angehören — und bis heute in der Bauerntracht beibehaltene Ornamente und Techniken aufzeigen.

Wertvolle Dokumente bilden die Wandmalereien der Kirchen auf denen die Bauernstifter in ursprünglicher Tracht dargestellt sind.

An nächster Stelle folgen die Schriften der rumänischen und fremden Geschichtsschreiber sowie die Urkunden, die sich auf die Bauernkleidung beziehen. Wertvolle Hinweise enthalten die Reisebeschreibungen ausländischer Reisender, die uns über eine Reihe wichtiger Elemente zur Geschichte der rumänischen Volkstracht informieren.

Die Stiche, Zeichnungen und Malereien von Künstlern vergangener Zeiten unterstützen uns ebenfalls dabei gewisse Aspekte der Tracht zu entziffern. Als wertvollste Informationsquelle jedoch dient in Fragen der Volkstracht zweifelsohne das bei volkskundlichen Geländeforschungen auf dem Lande entdeckte Originalmaterial, begleitet von unmittelbar vom Bauern erlangten Aufschlüssen.

Die Volkstracht ist auch heute noch in Rumänien lebendig und wird in gewissen Gebieten als Alltags-, in anderen als Festtracht benutzt.

Obgleich die rumänische Volkstracht eine einheitliche Grundstruktur aufweist, zeitigte sie im Laufe der Zeit und von Zone zu Zone eine Reihe unterschiedlicher Aspekte. Auf dem Boden Rumäniens bildeten sich im Laufe der Geschichte gewisse gebietsmäßige Einheiten heraus, die über ein eigenes Wirtschafts- und poli¬tisches Dasein und eine eigene Volkskunst verfügten. Somit bewirkten gewisse lokale Gegebenheiten auch den, jeder einzelnen Provinz eigenen Volkstrachtsstil. Diese Vielfalt der Volkstracht all dieser Gebiete ergibt zusam mengenommen eine kräftige Grundeinheit, die durch die Einheilsstruktur der rumänischen Tracht aufrechter¬halten wird und in allen Aspekten derselben belegt ist und zwar:

1) in der Benutzung weißer, im Gehöft selbst hergestellter Gewebe;

2) in der Einheit des Schnitts, der auf geraden Flächen beruht und keine Schrägnähte kennt ;

3) in der Verzierung, die von einem besonderen Gewicht und Gleichgewicht der Werte gekennzeichnet ist. Die Verzierung der Volkstracht bedeckt die sichtbaren und der Abnutzung weniger ausgesetzten Flächen. Dabei folgt sie geraden Achsen und die Motive selbst reihen sich rhythmisch aneinander und zwar in Reinen, die die Gewebe der Trachtenstücke durchziehen.

Der von der Ornamentik der Volkstracht erreichte Stand ist das Ergebnis einer langjährigen Erfahrung, die von Generation zu Generation weitervererbt wurde. Die rumänische Volksornamentik kennt zwei Ausdruckformen : den Geometrismus und die Darstellung der Natur entlehnter Elemente. Ersterer bildet eine in der rumänischen Volkskunst verallgemeinerte Erscheinung. Er ist jedoch das Ergebnis des Stilisierens und entstand durch die Analyse der Naturelemente. Durch dieses Stilisieren, bis zur schematischen Form der Geraden, kam das geometrische Motiv zustande. Durch die Natur des Rohstoffs und der Ausführungstechnik der Gewebe und Stik-kereien bildet die Verwirklichung des geometrischen Ornaments eine natürliche Handlung;

4) in der Farbgebung, dem vierten Einheitselement der Volkstracht, das sich durch Frische und Harmonie kennzeichnet; obgleich auf den ersten Blick überaus reich, erweist sie sich als recht einfach und setzt sich ledi¬glich aus durch Haupttöne abgestimmte Primärfarben zusammen;

5) in der Zusammensetzung der Tracht, einem weiteren wichtigen Element der Einheit. Sowohl die Frauen-, als auch die Männertracht bestehen aus dem gleichen Stüoken und ähnlichen Formen. Manträgt unmittel bar auf dem Leib das Hemd, das lang ist und im Schluß durch Trachtenstücke aus der Familie Schürzen zusammengehalten wird. Letztere bestehen in der rumänischen Volkstracht aus verschieden breiten, rechtwink¬ligen Gewebeflächen, die immer als Bahnen, also offen und übereinanderreichend und nicht zu einem Rock zusam¬ mengenäht getragen werden. Im Schluß selbst trägt man den ,,briu", ein Gürtelband, das das Hemd zusammenhält, darüber jedoch, über den Schürzen, die schmäleren „bete". Auf dem Kopf trägt die Frau ein Handtuchartiges Gewebe, das ihr Haar bedeckt.

Bei der Männertracht ist die Einheitlichkeit so groß, dass lediglich gewisse Schnittunterschiede oder gewisse in der Ornamentik auftretende Besonderheiten die Trachten der einzelnen Gebiete differenzieren. Die Männertracht besteht zunächst aus dem Hemd, des üblicherweise über den Hosen getragen wird und bis zum Knie reicht. Die Hosen sind immer lang und weiß. Um die Mitte trägt der Mann einen aus Wolle gewebten Gürtel oder einen Lederriemen. Über dem Hemd wird, sei es eine Weste aus Bauerntuch, sei es ein Brustlatz aus Schaf¬wolle getragen. Auf dem Kopf schließlich trägt man sommers einen Filz- oder Strohhut und winters eine Lamm¬fellmütze.

Während der kalten Jahreszeit wird die Tracht durch lange oder kurze Lammfellmäntel oder Tuchröcke ergänzt, die eine große Mannigfaltigkeit aufweisen.

Die alte Fußbekleidung des Bauern ist der Bundschuh, der in zahlreichen, von Gebiet zu Gebiet schwan¬kenden Spielformen auftrat. Heute wir allgemein Industrieschuhzeug getragen.

horizontal rule

Auf dieser Grundstruktur entwickelte sich die Tracht, von Gebiet zu Gebiet, in verschiedenen Formen j jede rumänische Landschaft — die gewisse Lebensbedingungen aufweist — schuf ihrer vorherrschende Note im Charakter ihrer Kleidung. So entstanden die für jedes einzelne Gebiet des Landes kennzeichnenden Trachten¬typen und in den Grenzen dieser Gebiete die zonalen Varianten des Haupttyps, was zu einer großen Formen¬vielfalt in der Volkstracht führte.

Der Männertracht gegenüber weist die Frauentracht eine wesentlich reichere Typologie auf, sodaß eine Beschreibung derselben rechtfertigt erscheint.

Bei der Gliederung der Frauentrachtentypen dient als Gesichtpunkt die Form der Trachtenstücke, die den Leib vom Schluß abwärts bedecken. In diesem Sinne unterscheiden wir drei Haupttypen der Frauentracht und zwar:

1) die Wickelschoßtracht, „costum cu fotä" ]
2) die Faltenschoßtracht, „costum cu vilnic" ;
3) die Schürzentracht, „costum cu cätrinte".

Die Wickelschoßtracht bildet den ältesten rumänischen Trachtentypus. Der Wickelschoß besteht aus einem rechteckigen Gewebe, das den Unterleib vom Schluß abwärts eng umschielSt, wobei sich die beiden Enden vorne überdecken. Man trägt sie in der gesamten Moldau und im Karpatenvorland der Muntenia.

Die Faltenschoßtracht kennzeichnet die Frauenkleidung der Oltenia und entstammt der Donautiefebene. Der Faltenschoß weist die Form eines Faltenrocks auf, dessen beide Enden jedoch nicht zusammengenäht sind und ebenfalls übereinender getragen werden.

Die Sch'lrzentracht, eine altüberlieferte Kleidungsform, ist am weitesten verbreitet und zwar sowohl in Transsilvanien, in der Oltenia, in der Donautiefebeno Munteniens usw., Die Schürze „cätrinta" ist länglich¬rechteckig und wird vorne und rückwärts getragen und bedeckt somit einen Großteil des Kittels.

horizontal rule

Die Frauentracht des Mehedintigebiets — die dieser Arbeit zugrundeliegt — gehört sowohl der Typologie der Faltenschoß-, als auch jener der Schürzentracht an.

Die Faltenschoßtracht bildet die Festtags- und Winlerkleidung der Frau, die Schürzentracht dagegen wird bei der Arbeit und während des Sommers getragen. Bevor wir dazu übergehen wollen jedes einzelne Trachten¬stück zu beschreiben, aus dem die Tracht des Mehedintigebiets sich zusammensetzt, müssen wir die Tatsache anführen daß der Kreis Mehedinti sowohl Landstriche des Karpatenbereichs, als auch Teile der Donautiefebene umfaßt, was hier — obgleich auf einem kleinen Gebiet — zu einer betonten Vielfalt zonaler Untertypen geführt hat.

Von den Gebirgen der nördlichen Gebiete ausgehend, die, aufgrund eigener Lebensbedingungen, gewisse Kleidungsformen der hier abgeschlossen lebenden Bevölkerung bewirkten, über die Mittelzone des Kreises, wo sich der Haupttypus herausbildete, der für das Mehedintlgebiet kennzeichnend ist, gelangen wir bis in die Donautiefebene hinunter, deren Tracht sich in jeder Hinsicht der Kultur des Donauraums unterwirft.

Um die Trachtenstücke besser kennen zu lernen, aus denen sich die hiesige Tracht zusammensetzt, stellen wir jede Gattung auf die Rolle bezogen dar, die sie in der Zusammensetzung der Tracht spielt.

Der Kopfputz in der Frauentracht

Die Frau bedeckt ihr Haupt vermittels eines Gewebes, aufgrund einer alten Sittte, die es ihr verbietet sich mit bloßeem Kopf zu zeigen, nachdem sie in den Stand der Ehe getreten ist. Obgleich die Formen dieser Kopf¬bedeckungen verschieden sind, liegt ihnen ein einziges Stück zugrunde und zwar eine lange, ,,stergar" (Hand¬tuch) genannte Leinwandbahn, auf der alle Arten des Kopfputzes beruhen.

Das Haar wird eng zu zwei Zöpfen geflochten, die am Hinterkopf zu einem Knoten gewunden werden. Letzteren bedeckt man im Bergland mit einem kegelförmigen, aus Rinderhorn oder Baumrinde hergestellten „conci". In der Donautiefebene trägt man über dem aufgesteckten Haar ein dreieckiges Kopftuch.

Darüber legt man eine 2,5 m lange und 0,45 m breite, früher aus Hanf oder Flachs, heute aus Baumwolle hergestellte Leinenbahn. Seit dem XlX.Jh. umhüllt die Bäuerin das Haupt vermittels der aus Bastseide (im Hause hergestellt) angefertigten festlichen „marama", einem tüllartigen, feinen und preziösen Schleiertuch. Die im Hause gewebte ,,marama" weist an ihren Enden handgewirkte, meist vielfarbige Motive auf.

Die Art den Maramaschleier zu winden unterscheidet sich nicht nur gebietsmäßig, sondern auch im Hin¬blick auf das Alter der Trägerin, die Jahreszeit und den Anlaß. Im Bergland verleiht der vermittels bunter Zier¬nadeln im Haarknoten festgesteckte Kopfschleier dem Haupt ein kegelförmiges Aussehen, in der Donautiefebene dagegen erhält der Kopfputz durch große lose Falten eine eher runde Form.

Das Frauenhemd

Das unmittelbar auf dem Leib getragene Hemd bildet das Hauptstück der Volkstracht. Es wird aus Pflan¬zenfasern : Hanf, Flachs, neuerdings aus Baumwolle hergestellt. Dank der Seidenraupenzucht, die in der Donautief¬ebene gepflegt wird, finden wir hier auch aus Bastseide hergestellte Frauenhemden. Die Leinwand wird auf dem waagerechten Bauernwebstuhl zweischäftig gewebt, sodaß sich beim Sticken die Fäden abzählen lassen. In der Ebene benutzt man eine weißgestreifte Leinwand deren Streifen aus dickerer Baumwolle oder aus Bastseide her¬gestellt werden, was der Tracht dieser Gegend eine kennzeichnende Note verleiht.

In der Frauentracht sind zwei Hemdentypen belegt: 1) das am Halsausschnitt gefältelte Hemd und 2) das gerade Hemd. Die altertümliche Form ist lang und von der Schulter abwärts gerade geschnitten.

Im Kreis Mehedinti ist das am Hals gefältelte Hemd häufiger. Es besteht aus geraden Bahnen (Leib und Ärmel), die um den Halsausschnitt herum dicht gereiht sind, wobei die Ärmel ebenfalls am Hals beainnen. Beim gerade geschnittenen Hemdtypus reicht die vor der Leinenbahn über die Schulter hinüber, gegen den Rücken zu und die Ärmel sind an der Schultern eingesetzt. Da beide Hemdtypen in der rumänischen Volkstracht gleichermaßen verbreitet sind, gestattet deren Schnitt keine Ordnung der verschiedenen gebietsmäßigen Formen. Dazu dient vielmehr die Verzierungsart des Ärmels als Richtschnur, die beim rumänischen Bauernl emd in fünf Abarten auftritt. Darunter sind die zwei mit ,,altit,ä" und mit ,,blanä" am meisten verbreitet und wir finden sie auch unter den Frauenhemden des Mehedintigebiets.

Durch seine Zusammensetzung erweist sich der Dekor mit „altitä" als aus drei getrennten Ornament¬gruppen zusammengesetzt und zwar : der auf der Schulter befindlichen eigentlichen ,,alti{ä", die ein kompaktes in waagerechten Reihen ausgeführtes Rechteck bildet, dazu der ,,increjul", der an die altita anschließt und in eigenen Stichen ausgeführt wird und schließlich, unterhalb des „incref verlaufen die „rlurile" (wörtlich ,,Flüsse") die Ärmel entlang, in 1,3 oder 5 Streifen, die den Ärmel vollkommen bedecken (und unter Umständen auch schräg ver¬laufen). Gelegentlich rücken diese Streifen derart dicht zusammen daß sie ein kompaktes Ornament ergeben.

Die zweite Verzierungsart, ,,cu blanä" (blanä — Fell, Brett) bildet ein dichtes, rechteckiges Ornamentfeld, das den Ärmel von der Schulter abwärts völlig bedeckt.

Auf Brust und Rücken finden wir ebenfalls senkrechte Streifen, die beim Hemd des Mehedintigebiets auf der Brust breiter sind.

Die Stickerei wird in Mehedinti nach Fäden und nicht frei (und nach Zeichnung) ausgeführt. Sowohl die Art des Dekors, als auch die Sticktechnik bewahren gewisse diesen Landstrichen eigene Elemente, wie etwa die kleinen, kompakten Motive, die man als „nisipit" zu bezeichnen pflegt. Neuerdings werden die Hemden auch durch Wirktechnik auf dem Webstuhl verziert.

Das gerade geschnittene Hemd weist eine überaus einfache Verzierung auf und zwar : je einen Streifen auf der Schulter, am Halsausschnitt und am Ärmelsaum. Man trägt das Hemd zur Arbeit. Im Bergland tragen es vor allem alte Frauen, in der Ebene dagagen ist es verbreiteter und gehört sogar zur Festtracht.

Der Faltenschoß und die Schurzen

Im Mehedintigebiet trägt die Frau den Faltenschoß zur Festtracht und während des Winters, gleichzeitig jedoch auch die Schürzentracht mit den zwei ,,cätrinte" zur Arbeit und während des Sommers. Sowohl der Fal¬tenschoß, als auch die Schürzen werden über dem Hemd vermittels der erwähnten Gürtelbänder zusammen¬gehalten.

All diese Trachtenstücke werden auf dem Handwebstuhl im Hause hergestellt, wobei man Wolle (seltener Baumwolle) als Rohstoff verwendet und ebenfalls auf dem Webstuhl durch Wirktechnik verziert und zwar in einer reichen Farbskala, in der Rot als Grundfarbe vorherrscht.

Der Faltenschoß, vom Aussehen eines Rockes geht auf eine 3,5 m lange und, 75 m breite Gewebebahn zurück, die, obgleich dicht gefältelt, einem Rock ähnlich so getragen wird daß sich die beiden Enden nur gerade bedecken. In der rumänischen Volkstracht ist der Rock unbekannt. Die Verzierung des ,,vilnic" besteht in senk¬rechten Streifen: ,,gewirwte Reihen", die den Gewebegrund von einem Ende zum anderen bedecken.

Die Vielfalt der vilnice, die durch die Verzierungsart bedingt ist, erweist sich als außerordentlich. Von einfachen farbigen Streifen des Berglandes bis zu aus komplizierten Motiven zusammengesetzten Reihen des Flach¬lands, zeigen die Faltenschöße eine reiche Dekorskala, die durch eine vielfältige und opulente Farbgebung unter¬stützt wird.

Als Ausnahme führen wir den Faltenschoß ,,cu betealä" an, den man in einer geschlossenen östlichen Gegend des Kreises trägt und dessen Verzierung in Metallfadenstickerei (silberfarben) besteht, die sich vom schwarzen Gewebegrund leuchtend abhebt. Dieser Faltenschoß bildet eine der gelungensten Schöpfungen der Frau¬entracht.

Die Schurzen, „cätrinte'

Die zweite Kostümabart, die auf der Benutzung zweier Schürzen beruht, zeigt diese so angebracht, daß man eine vorne und eine rückwärts trägt.

Ebenfalls vermittels dichter Wirkstreifen verziert, finden sich Letztere auf der vorderen Schürze senk¬recht, auf der rückwärtigen dagegen waagerecht angebracht. Die Vielfalt der Schürzen ergibt sich aus deren Breite (im Bergland sind sie schmäler und in der Ebene breiter) und dem Repertoire der Ziermotive sowie der Farbgebung.

Der Gürtel, das Gurtelband

Beim Ankleiden gürtet sich die Frau über dem Hemd vermittels eines breiteren roten Gürtelbandes. Dar¬über legt sie den Faltenschoß (oder die Schürzen), die ihrerseits durch ein schmäleres, durch Streifen ver¬ziertes, buntes Gürtelband ,,bräcira" festgehalten werden. Sowohl das breite, als auch das schmale Gürtelband wer¬den mehrere Male um den Leib gewunden und besitzen keine Schnallen.

Die Männertracht ist aufgrund ihrer Zusammensetzung wesentlich einheitlicher als die Frauentracht.

Die Kopibedeckung besteht aus einer Lammfellmütze, die winters und einem Filzhut, der sommers getra¬gen wird.

Das Hemd weist zwei Formen auf: 1) das gerade Hemd (das altüberliefert ist) und 2) das neuere mit Sattel versehene. Wie beim Frauenhemd wird auch hier die Leinwand auf dem Hauswebstuhl aus Hanf, Flachs oder Baumwolle hergestellt und zwar im Bergland, in der Ebene dagegen dienen Baumwolle und Bastseide als Roh¬stoffe, wobei in dem letzterwähnten Gebiet abermals die erwähnten Streifen auftreten. Die Verzierung erweist sichim Bergland bescheidener als in der Ebene, wo auch eine Verzierungstechnik auftritt die die Säume vermittels genähter Spitzen schmückt, die der Donautiefebene eigen ist. Ebenfalls dieses Gebiet kennzeichnet ein überaus weites und langes Hemd.

Die Hosen sind durchwegs weiß. Während des Winters trägt man aus Bauerntuch, „dimie" (weißer Voll¬stoff der in der Walkmühle verdichtet wurde) und während des Sommers aus Leinwand hergestellte Hosen. Schnitt und Verzierung weisen eine große Vielfalt auf: im Bergland sind sie enger und durch Schnurornamente verziert, in der Ebene dagegen weiter und weisen keinerlei Verzierung auf.

Der Gurt der Männertracht ist rot und wird über dem Hemd getragen und darüber ein schmäleres und ebenfalls durch Streifen verziertes Gürtelband gewunden. In gewissen Gegenden trägt man bloß den Erst¬genannten.

Über dem Hemd trägt man weiße Bauerntuchwesten.

Erwähnenswert ist die Tatsache daß das Hemd in der Bauerntracht üblicherweise über den Hosen getra¬gen wird. In der Wintertracht des Mehedintigebiets wird es jedoch in den Hosen getragen.

Zur Vervollständigung der Tracht dient ein Tuchrock und Fellmäntel, die sowohl in der Männer-, als auch in der Frauentracht auftreten.

Die Röcke sind lang und weiß und weisen einen überaus komplizierten aus zahlreichen Zwickeln zusammengesetzten Schnitt auf, der die Oltenia kennzeichnet. Ein Schnurornament bedeckt die Brust und ver¬läuft entlang der Säume.

Die Fellmäntel benutzt man auf Reisen oder beim Schafe hüten, doch weisen sie kaum künstlerische Belange auf.

horizontal rule

Die Volkstracht des Mehedintigebiets reiht sich der Familie der oltenischen Trachten ein und weist wohl eine der abwechslungsreichsten Zonen-Typologien auf. da der Kreis Mehedin(i Volkskundegebiete mit betontem Lokalcharakter umschließt, die sich voneinander stark unterscheiden

Web Site Info

Google

Tip-Top-Hot Web Sites

 


DER HAUSBAU | DIE VOLKSTRACHT | HAUSWEBEREIEN | DIE KERAMIK
Back | Home | Next

Enter to Top 100 Sites and Vote for this Site!!! Best Romania Award

 

Privacy Policy | Terms of Service
© Copyright 2002-2007
MultiMedia SRL. All rights reserved.
Send articles and materials to be published on this website to: Publishing
If you see unauthorized or illegal materials on this website, please send an e-mail to: Abuse